Manchmal ist es nur ein Satz, der einen ganzen Konzertabend zusammenfasst.
„Es war ein Abend zum Fallenlassen.“
Diese Rückmeldung einer Zuhörerin hat mich nach unserem Konzert besonders berührt. Denn was kann Musik Schöneres bewirken, als uns für eine Weile aus dem Alltag herauszuholen, uns zu berühren und einen Raum zu schaffen, in dem wir einfach zuhören und uns tragen lassen dürfen?
Gemeinsam mit meinem Mann Markus Nickel durfte ich als Duo Musando unser Konzertprogramm „Dankbarkeit“ gestalten.
Musik, die aus der eigenen Feder kommt
Eine Besonderheit von Duo Musando ist, dass wir ausschließlich Eigenkompositionen von Markus singen und spielen. Mit Gesang, Orgel, Klavier und Flöte entstehen dabei ganz unterschiedliche Klangfarben.
Und genauso unterschiedlich sind die Stimmungen, die Musik und Texte transportieren: Fröhliches und Leichtes darf neben Nachdenklichem und Melancholischem stehen. Denn auch Dankbarkeit bedeutet für uns nicht, dass im Leben immer alles leicht sein muss.
Dankbar können wir für die großen Dinge sein – und ebenso für die kleinen. Für Menschen, die uns begleiten. Für Begegnungen. Für Musik. Für Natur. Für gemeinsame Zeit. Für Trost in schwierigen Momenten. Und manchmal auch für die Erfahrung, dass nach dunkleren Zeiten wieder Licht kommen kann.
Viele Gefühle dürfen ihren Platz haben
Besonders gefreut haben uns die herzlichen und wertschätzenden Grußworte von Pfarrer Johannes Mesinger. Er hob die Vielfalt der Musik und der Texte hervor und die unterschiedlichen Gefühlslagen, die darin ihren Ausdruck fanden – von fröhlich und leicht bis nachdenklich und melancholisch.
Seine Worte haben etwas beschrieben, das auch uns bei unseren Konzerten wichtig ist: Musik muss für mich nicht immer nur „schön“ sein. Sie darf etwas erzählen. Sie darf Erinnerungen wecken, Freude schenken, nachdenklich machen und berühren.
Wenn ich singe, wünsche ich mir, dass Musik nicht nur gehört wird, sondern etwas in uns erreicht.
Dass eine Zuhörerin unseren Abend anschließend als einen „Abend zum Fallenlassen“ bezeichnete, war deshalb ein ganz besonderes Kompliment.
Ein Konzert entsteht niemals allein
Zu einem solchen Abend gehören aber nicht nur diejenigen, die vorne musizieren.
Deshalb gilt unser ganz besonderer Dank unserem Mesnerpaar Manuela und Dieter. Mit viel Liebe bereiten sie den Raum für unsere Konzerte vor und schmücken ihn, kümmern sich um den Aufbau des Klaviers und um unzählige große und kleine Dinge im Hintergrund.
Vieles davon sieht man als Konzertbesucher vielleicht gar nicht. Und doch trägt genau diese Fürsorge dazu bei, dass aus einem Raum ein Ort wird, an dem Menschen gerne zusammenkommen.
Und schließlich sind es natürlich die Zuhörerinnen und Zuhörer, die einen Konzertabend erst vollständig machen: Menschen, die kommen, sich Zeit nehmen, zuhören und sich auf Musik und Worte einlassen.
Die persönlichen Gespräche und Rückmeldungen nach dem Konzert, mein wunderschöner Blumenstrauß und all die Zeichen der Wertschätzung haben diesen Abend für uns abgerundet.
So sind es am Ende nicht nur einzelne Melodien oder Worte, die bleiben.
Es sind Begegnungen, gemeinsame Momente und Gefühle.
Und manchmal ein einziger Satz:
„Ein Abend zum Fallenlassen.“
Für all das sind wir dankbar.
Bilder: Monika Heuckeroth & Manuel Pausch-Brunk
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